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Jahresplanung 2019: Setzen Sie auf Ihre Mitarbeiter

Von Christoph Beck

Was motiviert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besonders, sich für die Ziele ihres Unternehmens einzusetzen? Es ist die Möglichkeit, eigene Vorschläge für diese Ziele einbringen zu können. Am besten geeignet für dieses aktive Mitwirken ist der Jahreszielplan.

Im Gegensatz zur langfristigen strategischen Ausrichtung (Lebens- und Periodenzielplan) enthält der Jahreszielplan konkrete, messbare Handlungsvorgaben in überschaubaren Dimensionen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gibt er damit eine wichtige Grundlage für ihre Arbeit: die Klarheit darüber, wo es in den nächsten Monaten lang gehen soll. Die Impulse Ihres Teams kommen hier am direktesten zur Geltung. Bieten Sie deshalb allen die Möglichkeit, eigene Vorschläge für den Jahreszielplan 2019 einbringen zu können und so die Entwicklung ihres Unternehmens mitzugestalten.

  1. 1. Schriftliche Aufforderung: Fordern Sie Ihre Führungskräfte und Mitarbeiter auf, für ihren jeweiligen Aufgabenbereich schriftliche Vorschläge für den neuen Jahreszielplan zu erarbeiten (die Ideen-App von „LeadAir“ ist hierfür eine äußerst hilfreiche Unterstützung): Was soll erreicht werden? Was soll verändert oder verbessert werden? Welche Projekte sollen neu angepackt werden? Was ist fürs kommende Jahr besonders wichtig? Machen Sie deutlich, dass bei der Ideensammlung nicht nur der materielle Aspekt (Umsatz/Gewinn, ...) berücksichtigt werden soll – wichtig sind vor allem die qualitativen Ziele.

  2. 2. Strukturierte Ideensammlung: Wenn Sie für die Ideensammlung eine Struktur vorgeben, können Sie die Kreativität des Teams gezielt anregen und ordnen:
  • Produkte und Dienstleistungen: Welche Veränderungen/Verbesserungen sind aus Sicht des Mitarbeiters bei den Leistungsangeboten des Unternehmens erforderlich? Wie können sie noch kundenorientierter, noch zukunftsgerichteter werden? Wie können sie noch besser kommuniziert, noch erfolgreicher verkauft werden? Wie lassen sich Kundennähe und Kundenservice verstärken?

  • Organisation und Planung: Welche Veränderungen/Verbesserungen sind hier notwendig? Welche Arbeitsabläufe sind zu verbessern? Wie kann die Zusammenarbeit zwischen Funktionsbereichen optimiert werden? Wo können Engpässe und Leerlauf reduziert werden? Wie können digitale Tools und Möglichkeiten noch intensiver und besser genutzt werden? Sollten bestimmte Tätigkeiten eventuell extern eingekauft werden?

  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Welche Veränderungen stehen an? Welcher Mitarbeiterbedarf wird sich im Folgejahr, eventuell auch recht kurzfristig, auftun (etwa durch altersbedingtes Ausscheiden, neu geschaffene Positionen oder Ähnliches)? Welcher Weiterbildungsbedarf besteht an welcher Stelle? Wie wird das Unternehmen noch attraktiver für Nachwuchs- oder Fachkräfte?

  • Investitionen: Welche Investitionen ergeben sich aus diesen drei Punkten, welche sind darüber hinaus notwendig? (Kosten/Nutzen von nötigen und sinnvollen Anschaffungen, Reparaturen, Aktualisierungen, Weiterbildungsmaßnahmen, Aktionen, ...)

Sie können die Ideensammlung in Ihrem Team und/oder die Struktur Ihres Jahreszielplanes natürlich durch weitere „Schubladen“ noch verfeinern und Ihren Bedürfnissen individuell anpassen. Beispielsweise: Verkaufsaktivitäten, Marketing, Finanzierung, Kommunikation, Einsparpotentiale, Marktauftritt, Vertrauliches, …

  1. 3. Konkrete Vorschläge mit Kosten: Achten Sie darauf, dass Ihre Mitarbeiter nicht nur Kritik- und Mangelpunkte ansprechen, sondern konkrete Vorschläge machen, wie diese Mängel abgestellt werden können. Wichtig ist auch, dass für alle vorgeschlagenen Aktivitäten die voraussichtlichen Kosten angegeben werden.

  2. 4. Erster Entwurf: Lassen Sie sich die Vorschläge aus den einzelnen Teams über deren Abteilungs- oder Bereichsleiter zuleiten (Sofern Ihre Mitarbeiter nicht die Möglichkeit haben, ihre Ideen direkt in "LeadAir" einzugeben. Fassen Sie diese Ideen in einem ersten Entwurf Ihres Unternehmens-Jahreszielplans zusammen. Verwenden Sie dabei möglichst die Formulierungen Ihrer Mitarbeiter – das verstärkt deren Motivation, an diesen Zielen mitzuarbeiten. Informieren Sie die Mitarbeiter, warum eventuell bestimmte Vorschläge nicht berücksichtigt werden können. Ergänzen Sie den Entwurf dann um die Punkte, die sich aus Ihrer Unternehmens-Situationsanalyse sowie aus Ihren längerfristigen Zielen ergeben. Arbeiten Sie schließlich auch die Ziele mit ein, die Sie im laufenden Jahr nicht mehr realisieren können.

  3. 5. Besprechung und Konkretisierung: Diskutieren Sie den Entwurf im Führungskreis. Legen Sie klare Termine und Verantwortlichkeiten fest: Wer ist bei jedem einzelnen Ziel für Detailplanung, Durchführung und Kontrolle zuständig? Bis wann steht die Detailplanung, wann soll das Ziel erreicht sein?

  4. 6. Endgültige Version: Arbeiten Sie die Änderungen, Ergänzungen und Entscheidungen in Ihren Entwurf ein – und schon steht Ihr Unternehmens-Zielplan für 2019.

  5. 7. Unterschrift: Verabschieden Sie den Jahreszielplan in der Geschäftsleitung und lassen Sie alle Führungskräfte diesen Plan unterschreiben – in kleinen Firmen vielleicht sogar alle Beschäftigten. So verpflichtet sich jeder, sich mit ganzem Herzen für die gemeinsam erarbeiteten Ziele einzusetzen.

  6. 8. Information der Mitarbeiter: Informieren Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über die geplanten Ziele. Zeigen Sie die Schwerpunkte auf. Geben Sie jedem den Jahreszielplan des Unternehmens schriftlich an die Hand.

  7. 9. Ableiten der Bereichsziele: Die Führungskräfte leiten aus dem Unternehmens-Jahreszielplan ihre Bereichs- oder Abteilungsziele ab. In ihrem Team vereinbaren sie, wann und wie diese einzelnen Aufgaben angegangen und realisiert werden.

  8. 10. Persönliche Zielplanung: Jeder Mitarbeiter übernimmt die ihn betreffenden Teilziele/Aufgaben in seine persönliche Ziel- und Zeitplanung.

Übrigens: Wie Sie Ihr Team erfolgreich mit einbinden, wie sie zu gemeinsam erarbeiteten, starken Zielplänen kommen und wie Sie die jeweiligen Stärken Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich für den gemeinsamen Erfolg einsetzen – all das ist auch Bestandteil der HelfRecht-Planungstage für Unternehmensführung sowie des Intensivtrainings „Fit für Führung“.

Haben Sie Fragen zum Thema? Sprechen Sie uns an!

Wir sind gerne telefonisch für Sie da: +49 / 09232 / 6010. Oder schicken Sie uns eine E-Mail.

Zum Autor: Christoph Beck ist Prokurist sowie Leiter der Unternehmenskommunikation bei HelfRecht (c.beck@helfrecht.de).

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